Hello erveryone!
Ich melde mich aus Minneapolis, wo ich gerade Norman und Jennifer zu Hause angekommen bin. Vor 4 Tagen brach ich aus New York auf um Chicago, Metropole am Lake Michigan, einen Besuch abzustatten. David und Patrick fuhren mich gegen Mittag zum Flughafen, wo wir Abschied nehmen mussten. Das war der erste Moment, in dem ich mich geärgert habe, dass mein Englisch doch noch relativ eingeschränkt ist, denn es fiel mir schwer die richtigen Worte zu finden, um mich angemessen bei den beiden für ihre unglaubliche Gastfreundlichkeit zu bedanken.
Ich verließ Big Apple bei wunderbarem Sonnenschein und erreichte 2 Stunden später Chicago, auch "windy city" genannt (lustiger weise nicht wegen dem Wind, sondern wegen trickreicher Politiker in den 30er Jahren). Den Rest des Tages fühlte ich mich tatsächlich wie April, April. Als ich ankam gab es zumindest nur Sturm, kurze Zeit später dann Platzregen, zu dem sich dann auch noch Hagel gesellte. Also suchte ich erst einmal mein Hostel auf, wo ich gleich 2 nette Amerikaner kennen lernte, mit denen ich dann stundenlang über unsere Länder und aktuelle Themen redete und diskutierte. Gegen Abend wagte ich mich dann doch einmal aus dem Hostel um mir etwas Essbares zu suchen und naja, schaut selber:
Die erste Lektion am nächsten Tag war dann: "Vertraue niemals dem amerikanischen Wetterdienst!". Den entgegen aller Prognosen schien die Sonne und das sollte sich in den nächsten 2 Tagen auch nicht ändern, zum Glück. Es war zwar mit Temperaturen um den Gefrierpunkt recht frisch, aber darauf war ich ja eingestellt. Also stand einer ersten Erkundungstour nichts mehr im Wege. Ich entschloss mich gleich zum Anfang auf das höchste Gebäude der Stadt zu gehen, den Sears Tower, mit 442m 3. höchstes Gebäude der Welt. Die Aussichtsplattform im 99. Stock bot einen Superblick auf die ganze Stadt und den Lake Michigan. Jedoch war ich zunächst ein bisschen enttäuscht, denn ich hatte mit die Hochhauslandschaft von Chicago größer und weitläufiger vorgestellt. In den folgenden 3h, in denen ich durch Downtown spazierte, musste ich feststellen, dass ich vollkommen verkehrt
lag, denn sowohl von der Höhe, als auch von der Anzahl der Hochhäuser steht Chicago Manhattan kaum was nach. Der Sears Tower ist einfach nur so unglaublich hoch, dass von dort oben als optisch täuschend klein und mickrig wirkt :-).
Architektonisch fand ich Chicago sogar interessanter als New York, da es mehr Platz, mehr Baustile und mehr auffällige Gebäude meiner Meinung nach in Chicago gibt. Vor allem faszinierte mich die Hochbahn, die seit mehr als 100 Jahren geräuschvoll durch die
Straßenschluchten rattert (leider auch direkt vor dem Fenster meines Hostels, zum Glück habe ich einen tiefen Schlaf...). Sie verleiht dieser Stadt einen Charme und eine Atmosphäre wie zu Al Capones Zeiten. Apropos Al, natürlich habe ich mich auch vor dem "Intro-Brunnen" (oder auch Buckingham Fountain) des Erfinders der 7-Tage-Unterwäsche ablichten lassen. Im Anschluss daran spazierte ich Chicagos Prachtstraße, die Magnificant Mile entlang. Das ganze entpuppte sich als ein ziemlich beeindruckender, breiter Prachtboulevard mit unzähligen Luxuskaufhäusern. Meine eigentlich geplante Shoppingtour in dieser Gegend verschob ich dann nach einem kurzem Blick auf die Preisschilder um ca. 10 Jahre nach hinten. Abends traf ich mich dann mit anderen Gästen des Hostels aus aller Welt um Chicagos berühmtes Nachtleben ein wenig zu erkunden. Wir gingen etwas außerhalb der Innenstadt in eine typisches Chicago-Restaurant und erlebten einen tollen Abend mit live Jazz-Pianoperformance. Dabei konnte ich mit total vielen, unterschiedlichen Leuten Bekanntschaft machen. Vom um die Welt reisenden Australier, über irische Universitätslehrerin bis hin zum schweizer Elitestudenten war von allem etwas dabei. Wir hatten definitiv eine Menge Spaß bis tief in die Nacht hinein.
Am nächsten Tag erkundete ich mit Max (einem Frankfurter, den ich auch am Vorabend kennen gelernt habe) die "Goldküste" Chicagos, welche jedoch recht enttäuschend war. Die kann aber auch durchaus am Wetter gelegen haben, denn bei 0°C und Wind ist die Lust auf Strand doch recht eingeschränkt. Danach ging es zum Navy Pier und anschließend besichtigten wir das Hardrock Cafe Chicagos und das "Ur-Mc Donalds" der Welt. Am Nachmittag setzten wir uns dann in die "EL" (so nennen die Einheimischen die Hochbahn) und fuhren ein Stück aus der Innenstadt raus um die University of Chicago zu erkunden. Der Campus ist einfach nur riesig und voller alter gotischer Bauten, Parks und Grünflächen. Genauso stelle ich mir eine amerikanische Eliteuni vor (und das ist sie auch, zum Beispiel muss man für den zweijährigen Master of Economics 97000$ Studiengebühren hinblättern).
Um meinen Faible für Sonnenuntergänge in großen Städten auf hohen Gebäuden weiter zu bedienen, beschloss ich gegen Abend zum Hancock Tower zu marschieren und ließ mich dort angekommen vom schnellsten Fahrstuhl der Welt (ca. 36km/h vertikal) in luftige Höhen befördern. Die Aussicht von dort oben war noch besser, als die vom Sears Tower und ich durfte, wie schon in New York, einen unvergesslichen Sonnenuntergang erleben. Zum Ausklang des Tages schlenderte ich erneut durch die nun nächtlich beleuchtete Magnificant Mile und Downtown bis zu dem oben schon genannten Brunnen. Dieser wird nachts in allen möglichen Farben angeleuchtet und mit dem Hintergrund der kompletten Skyline bildetet dies meinen persönlichen Chicagohöhepunkt.
Gestern Vormittag mietet ich dann noch für 2h ein Fahrrad und erkundetet per velo noch einmal das Seeufer und die Stadt, Es war sogar dank Sonne pur recht angenehm und ein schöner Abschluss für Chicago. Dann ging es zum Bahnhof und von dort aus mit dem Überlandbus 8h lang gen Minneapolis. Die Fahrtzeit verging dank netter Gespräche, der Produktion dieses Eintrages und interessanter Ausblicke auf das "ländliche" Amerika sehr schnell und jetzt werde ich die Osterzeit hier bei Norman genießen.
Für Fotos wie immer auf http://picasaweb.google.de/uwe22888/USATrip# schauen.
Bye!
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Da sing ich doch nur "Love and the marriage..." :DD
AntwortenLöschender wohl bekannteste fernsehbrunnen der welt und du bist da - toll.
sag mal uwe, was is das für ein kuchenähnliches gebilde in den fotos für diesen beitrag?
sieht nach herzhaftem aus druch käsespur und tomatensaucenartigem aufstrich...? hoffe irjendwo inner mitte war da auch fleesch zu finden!
Treffen wir uns dann am 9. April 2019 auf der Magnificant Mile in Chicago...?
das war die geilste pizza überhaupt, chicagoer spezialität, genannt "stuffed pizza", riesig dick und unser exemplar war "special meat", also fett fleesch, gefühlte 3 frikadellen, 2 würstchen und ein schinken in dem ding :-)
AntwortenLöschenund das date steht ;-)!
das glaub ich sofort dass das der beste kuchen überhaupt war :D alter!
AntwortenLöschenein verborgener schriftsteller kommt zum vorschein, r e s p e c t ! :)